Neulich bei der Lust auf besser Leben gGmbH … 

Mich hat die Aufräumwut gepackt! Viele haben ja bereits in der ersten Coronawelle zu Hause klar Schiff gemacht, da war ich jedoch irgendwie noch viel zu beschäftigt mit anderen Dingen …

Als jetzt bis vor kurzem das Wetter auch nicht unbedingt so war, dass man die Tage draußen verbringen wollte, habe mit dem Ausmisten angefangen. Und siehe da: Plötzlich schien die Sonne und da saß ich nun in meinem Chaos – wer kennt es nicht.

Während man ausgediente Möbel gut verkaufen und verschenken kann, gestaltet sich dies beim Thema Kleidung schwieriger. Ich habe meinen Kleiderschrank nicht etwa für neue Kleidung ausgemistet, sondern bereits vor längerer Zeit den Entschluss gefasst so wenig neue Kleidung wie möglich einzukaufen und der Nachhaltigkeitsstrategie der Suffizienz zu folgen. Dies war aber nicht immer so, und so gibt es etliche Teile, die ich jahrelang nicht mehr angeschaut habe. Laut einer Greenpeace-Umfrage https://www.greenpeace.de/sites/www.greenpeace.de/files/publications/20151123_greenpeace_modekonsum_flyer.pdf werden viele der Kleidungsstücke in unserem Kleiderschrank selten oder nie getragen.

Bei mir kam noch hinzu, dass man mit einem schnell wachsenden Baby gefühlt alle paar Wochen Kleidung aussortieren muss. Bei Babysachen habe ich die Erfahrung gemacht, dass die Kleidung einfach an den nächsten Nachwuchs im Bekanntenkreis weitergegeben wird. Bei Babykleidung scheint also das Prinzip „Nutzen statt Besitzen“ weitaus besser zu funktionieren als bei Erwachsenen https://www.boell.de/sites/default/files/Endf_NutzenStattBesitzen_web.pdf. Die Nutzung geschenkter und gebrauchter Kleidung, die aus der Nachhaltigkeitsperspektive durchaus Sinn macht, hat allerdings mein Vorhaben meinen Sohn verhältnismäßig genderneutral zu kleiden leider torpediert.


Was mache ich nun am besten mit meiner ganzen Kleidung? Hier helfen die drei R’s Reduce, Recycle und Reuse https://www.fair-fashion-love.de/reduce-reuse-recycle/. Reduce bzw. die Zahl der Kleidungsstücke verringern impliziert nicht etwa die Entsorgung von Kleidung, sondern meint ein Hinterfragen der eigenen Konsumgewohnheiten und eine allgemeine Reduktion von Kleidungsstücken durch beispielsweise das Tragen zeitloser Klassiker und langlebige Kleidungsstücke hoher Qualität. Eine erneute Verwendung (reuse) kann über das Reparieren kaputter Kleidung oder einer Aufwertung (Upcycling) dieser geschehen. Wenn auch die Weitergabe an Freunde oder ein Verkauf der Kleidung nicht in Frage kommt, bleibt noch das Recycling. Hier ist allerdings zu beachten, dass die meisten Kleidungsstücke aus Altkleidercontainern nicht an Bedürftige gehen, sondern entweder weiterverkauft werden oder als Rohstoffe in die Putzlappenindustrie fließen.

Gut erhaltene Kleidung kann direkt an die Kleiderkammer und soziale Einrichtungen in der Nähe des eigenen Wohnorts gespendet werden. Auch Sozialkaufhäuser oder Oxfam-Läden nehmen Kleidung an. Informationen zu Angeboten in der Nähe finden sich im Netz. Wenn es doch ein Container sein sollte, eignen sich vor allem die mit dem Siegel „FAIRwertung“. Weitere Informationen findet sich hier: https://utopia.de/ratgeber/richtig-kleider-spenden/

Übrigens: Mehr zum Thema Mode und Nachhaltigkeit erfahrt ihr in Kürze über unsere On-/Offline-Ausstellung Fashion im Kiez auf der Berger Straße. Die Inhalte werden gerade erarbeitet. Ich freue mich schon sehr darauf, mehr über Nachhaltigkeit in der Modeindustrie zu erfahren.

Stay tuned!

Eure Jaya

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