Der nette Bäcker von nebenan kennt mich schon. Ich komme rein, wünsche einen guten Morgen und bekomme ein Lächeln. Das liebe ich einfach! Schon drückt der liebe Bäcker auf den Kaffeeknopf und es duftet so gut nach Kaffee und anderen Leckereien. Er packt mein Brötchen in eine Papiertüte. Gut, denke ich. Kein Plastik. Das landet ja sowieso irgendwann in den Weltmeeren. Aber brauche ich überhaupt eine Tüte und woher kommt sie? Ich schlinge das Brötchen doch sowieso gleich auf dem Weg zur Arbeit herunter. Schon irgendwie komisch, ich habe jeden Tag einen neuen To-Go Becher und die Tüte in der Hand. Vielleicht sollte ich mir zum Geburtstag mal einen schönen Mehrwegbecher wünschen? 

Interviews & Bürger*innenfragen im Überblick:

  • Wir haben nachgefragt...
  • Interview über die Wege des cup2gether-Mehrweg-Bechers
  • Wir haben nachgefragt...
  • Interview über die Wege des cup2gether-Mehrweg-Bechers
  • Wir haben nachgefragt...

    Wir haben bei der FES nachgefragt: „Wenn jemand Verpackungen, die eindeutig in die gelbe Tonne gehören, in die Restmülltonne wirft, werden diese im Müllheizkraftwerk verbrannt. Eine letzte Sortieranalyse der Restmülltonne hat gezeigt, dass der Anteil bei rund 15% liegt. Es gibt natürlich auch Reste aus der gelben Tonne, die nicht recycelt werden können. Diese Sortierreste gehen zurück in die Müllverbrennung und werden verbrannt. Den genauen Prozentsatz kennen nur die Dualen Systembetreiber.“

  • Interview über die Wege des cup2gether-Mehrweg-Bechers

    Welche Wege stecken eigentlich hinter dem Pfandprodukt „cup2gether Becher“? Bisher weiß ich nur, dass er nachhaltiger sein soll als der Einwegbecher – wenn er häufig genutzt wird. Deshalb frage ich bei meiner Kollegin Marlene nochmal genauer nach.

    „Die Wege des Bechermaterials haben für die Initiative cup2gether von Beginn an eine entscheidende Rolle gespielt“, sagt Marlene Haas mir…

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Wusstest Du…?

  • Seit Januar 2019 hat das neue Verpackungsgesetz...

    …die bisherige Verpackungsverordnung ersetzt. Jedes Unternehmen, das Verpackungen als „Erstinverkehrbringer“ (geiles Wort) in Umlauf bringt, muss sich registrieren. Wie das funktioniert seht Ihr hier.


  • Wenn wir unterwegs essen und trinken wollen...

    …dann ist Mehrweg the way to go. Alle Einwegprodukte sollten zugunsten von Mehrwegprodukten vermieden werden, und da reden wir auch von „single use“ Holz, Glas oder Pappe. Also: kauf Dir einen Mehrwegbecher und eine Brotdose bzw. Behälter für den Wurtsalat beim Metzger oder schließ Dich einem Mehrwegbecherpfandsystem wie cup2gether an.

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  • Wenn doch ausnahmsweise mal Einwegverpackungen in Eurer Hand landen...

    …dann könnt Ihr zumindest auf den richtigen Recyclingweg achten – im öffentlichen Mülleimer landet die Papiertüte vom Bäcker und der recyclingfähige Plastikbecher jedenfalls mit dem Restmüll in der Verbrennungsanlage.

  • EU: Damit in Zukunft weniger Einwegplastik überhaupt in Umlauf kommen kann...

    …hat sich die EU im Dezember 2018 auf ein Verbot von Wegwerfprodukten aus Plastik geeinigt, das in zwei Jahren in Kraft treten soll. Neben Verboten konkreter Produkte wie Einweggeschirr, Strohhalmen und Wattestäbchen aus Plastik, soll die Menge an Lebensmittel-Verpackungen und Trinkbechern mit Reduktionszielen zurückgedrängt werden.

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  • Ein Mehrwegbecher muss mindestens 10 bis 25 Mal benutzt werden

    …um ökobilanziell besser zu sein als ein Einwegbecher aus Pappe oder Plastik, weil es einfach mehr Ressourcen benötigt, um ihn herzustellen. Das schafft Ihr locker mit einem eigenen Mehrwegbecher oder indem Ihr Euch einem Poolsystem wie cup2gether anschließt.

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  • Bäckereien bringen Stoffbeutel in Umlauf...

    Eine Gießener Bäckerei bringt Stoffbeutel in Umlauf, jedoch kann sie nicht zu 100% auf Papier verzichten. Interview rund um das Thema Papier und Plastik in Bäckereibetrieben. Holt Ihr Eure Sonntagsbrötchen schon mit dem eigenen Beutel?
    Auch eine Frankfurter Bäckerei hat ein ähnliches System… mehr lesen.

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  • „Eis in Bechern aus Mais“

    …Die Darmstädter Eisdiele „Da Carlo“ verzichtet künftig auf konventionelle Kunststoffe: Löffel und Gefäße sollen biologisch abbaubar sein. Der Auslöser für die Umstellung war harsche Kritik. Über die Vor- und Nachteile von solchem Bioplastik und anderen Rohstoffen sind ich die Experten nicht immer einig – aber lest unten selbst und bildet Euch Eure Meinung.

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  • Die Initiative #Plastikfasten...

    …hilft Euch, neue Ideen für das Einsparen von Verpackung umzusetzen. Lasst Euch inspirieren und macht mit!

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  • Die Wege unterschiedlicher Verpackungen für „to-go“ sind hochkomplex...

    …und gerade bei der Nachverfolgbarkeit von Rohstoffen für Einwegbecher aus Pappe und Plastik sind wir bei der Recherche an unsere Grenzen gestoßen. Was wir aber sagen können: Die Zukunft liegt in transparenter Circular Economy – egal für welche Rohstoffe wir uns entscheiden.

  • Woher kommt eigentlich unser Plastik?

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  • Coca-Cola und Nestlé: Konzerne verraten zum ersten Mal, wie viel Plastik sie produzieren...

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Wege, Trends & mehr über Mais, Glas, Bambus, Holz, PET, Papier, Edelstahl – Was ist denn jetzt sinnvoll?

  • Der „to-go“-Trend – Wege, die neue Wege verursachen

    Wir stecken mitten in einem Kulturwandel. Während die ältere Generation sich noch schwer damit tut, den Kaffee nicht zuhause oder im Café zu trinken, ist es mittlerweile für jüngere Generationen schon fast normal, nicht mehr zuhause zu frühstücken, sondern auf dem Weg zur Schule oder ins Büro noch einen Abstecher zum Bäcker zu machen. Klar! So können wir die Zeit viel besser nutzen! Das Lebenstempo hat sich in den vergangenen Jahren scheinbar unausweichlich beschleunigt, und das merken wir an den vermeintlichen Kleinigkeiten: immer mehr Menschen laufen nuckelnd die Straße entlang – entweder an der Wasserflasche oder am Coffee To Go. Auch Kinder im Kinderwagen haben immer ihre Brezeltüte und Trinkflasche dabei. Woran das liegt? Unsere Recherche legt nahe, dass wir gefühlt an permanenter „Zeitnot“ leiden, dabei – so führt uns Cicero vor Augen – „sind wir reicher an Zeit, als Menschen es je waren“.
    Der Preis, den wir dafür zahlen, ist nicht nur das Gefühl, ständig in Atemnot zu sein, sondern dass wir immer neue Wege produzieren, die vorher nicht notwendig waren: neue Wege an Verpackungen für unseren „unterwegs-Konsum“. Wo kommen die Rohstoffe für die Verpackung unserer Bäckertüte her und wo geht der Müll aus dem Kaffee-Einwegbecher hin? Diesen Fragen sind wir diese Woche nachgegangen und können vorwegnehmen: Wir werden als Gesellschaft das Wegeproblem der „to-go“-Materialien nur mit funktionierender Kreislaufwirtschaft lösen, egal für welche Rohstoffe wir uns entscheiden.

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  • Der Effekt, den keiner will: Müll durch To Go

    Das Ausmaß des Kulturwandels lässt sich in Zahlen schnell begreifen: Der Verbrauch von „Serviceverpackungen der Gastronomie“, wie die Statistik den „to-go“-Müll liebevoll bezeichnet, ist von 110 Kilotonnen im Jahr 2000 auf 256 Kilotonnen im Jahr 2015 gestiegen – das ist mehr als eine Verdopplung. Dabei sprechen wir von Foodboxen beim Asiaten genauso wie von Papiertüten beim Bäcker, Eisbechern in der Eisdiele, Burger-/Wrap- und Dönerverpackungen, Einwegbesteck oder Coffee to go.

    Nicht greifbar genug? In Deutschland verwenden wir Deutschen im Durchschnitt ca. 34 Einwegbecher pro Einwohner pro Jahr, das sind stündlich ca. 320.000 Becher bundesweit. Eine repräsentative Studie, dass allein in Berlin jeden Tag etwa 460.000 „Coffee-to-go“-Becher verbraucht werden. Andere Baustellen, aber auch relevant: Utopia schätzt, dass wir in Deutschland beim Bäckereibesuch jährlich rund 7 Milliarden Papiertüten verwenden, wovon ca. zwei Drittel eigentlich nicht benötigt werden, um Finger und Kleidung vor klebrigem Gebäck, Puderzucker oder feuchten Käsebrötchen zu schützen. Und die Darmstädter Eisdiele „Da Carlo“ mit zwölf Filialen verkauft laut diesem Interview jährlich rund 30.000 Waffeln, dazu rund 150.000 Eisbecher aus Karton – und zwischen 30.000 und 40.000 Plastikbecher.
    Aber was heißt das denn jetzt? Müssen wir unsere Gewohnheiten ändern, damit unsere Schnelllebigkeit nicht zu Lasten der Umwelt geht?
    Verbraucher*innen, die sich Gedanken über nachhaltige „to-go“-Alternativen machen, haben es nicht leicht. Überall kursieren verunsichernde Zahlen und Materialbegriffe, die kein Mensch versteht – und quasi täglich gibt es technologische Weiterentwicklungen, die den Markt aufmischen. Und was noch dazukommt: oft werden dabei Äpfel mit Birnen verglichen. Denn die Ökobilanz, die den kompletten Lebensweg von Produkten – in unserem Fall von Verpackungen – hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf die Umwelt untersucht, von der Rohstoffgewinnung über Herstellung und Transport bis hin zur Entsorgung, wird oft nur verglichen mit dem CO2-Ausstoß bei der Produktion eines alternativen Produkts.
    Wir haben trotzdem den Versuch unternommen, die Informationen zusammenzutragen, die Euch vielleicht bei Eurer persönlichen Entscheidung unterstützen können.

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  • Wege der Verpackung von den Rohstoffen bis zur (Wieder-)Verwertung

    Grundsätzlich gilt: Greif zu Mehrweg statt zu Einweg. Mehrwegbecher sind Einwegbechern aus ökobilanzieller Sicht dann überlegen – so das Bundesumweltministerium, „wenn sie möglichst oft genutzt werden und somit möglichst oft Einwegbecher substituieren“, mehr als 10 Mal, besser noch mehr als 25 Mal. Denn Einwegbecher legen zwar auf der Straße nur kurze Wege zurück, aber die Rohstoffe, die dafür verarbeitet werden, haben für diesen kurzen Kaffeegenuss einen langen Weg hinter sich. Gemäß einer Studie schneiden beim „Coffee-to-go“ die Konsumenten am nachhaltigsten ab, die entweder ihren eigenen Becher mitbringen (und dabei sogar vielleicht von Bonussystemen wie BecherBonus profitieren (Anmerkung: ein anderer Ansatz ist es, wie bei der Plastiktüte, eine Bepreisung des Einwegbechers vorzunehmen, da ein höherer Preis vielleicht mehr Anreiz zur Konsumänderung liefert als ein 10ct-Rabatt – da ist die Diskussion noch nicht beendet) oder die an einem Pfandsystem für Mehrwegbecher mit hohen Umlaufhäufigkeiten wie cup2gether teilnehmen. In die ökobilanzielle Betrachtung müssen allerdings auch weitere Faktoren wie zum Beispiel das eingesetzte Material oder die eingesetzte Materialmenge einfließen.

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  • Mais, Glas, Bambus, Holz, PET, Papier, Edelstahl – Was ist denn jetzt sinnvoll?

    Wie sehen denn die Wege unterschiedlicher Materialarten für „to-go“-Verpackungen aus? Hier ist unser Kenntnisstand, bei dem wir versucht haben, unterschiedliche Ansichten zur Geltung kommen zu lassen:

    Pappe für Einwegbecher für Getränke und Eis (beschichtet oder unbeschichtet, einwandig oder doppelwandig) macht ca. 58 bis 62% der Einwegbecher in Deutschland aus. Die Deutsche Umwelthilfe erklärt uns, welche Ressourcen dafür notwendig sind: „Für die Herstellung von Pappbechern bedarf es pro Jahr deutschlandweit 29.000 Tonnen Papier. Für die Papierproduktion werden wiederum 64.000 Tonnen Holz verbraucht. Das bedeutet, dass für den schnellen Einweg-Kaffee auf die Hand jährlich 43.000 Bäume gefällt werden müssen.“ Wo die Bäume stehen, die für Pappbecher gefällt werden, und ob sie aus nachhaltigem Forstbetrieb kommen, konnten wir leider nicht herausfinden. Aber wir können sagen, dass die Pappbecher in der Regel aus Frischfasern und nicht aus recyceltem Papier hergestellt werden. Denn, so die gleiche Studie: „Seit einigen Jahren ist bekannt, dass Lebensmittelverpackungen aus recyceltem Papier hohe Gehalte an Mineralölkomponenten enthalten können, die durch bedrucktes Zeitungspapier oder durch mineralölhaltige Druckfarben in den Recyclingprozess eingebracht werden können. Kurzkettige gesättigte Kohlenwasserstoffe werden vom Körper leicht aufgenommen und können in bestimmten Organen angereichert werden.“

    Kunststoffe (Polypropylen, Polystyrol, Styropor etc.) machen ca. 39 bis 42% der Einwegbecher in Deutschland für Heißgetränke aus. Diese herkömmlichen Kunststoffe werden in der Regel auf Erdölbasis hergestellt – eine gute Übersicht über Kunststoffarten bietet die Verbraucherzentrale, und die Zusammensetzung von Rohstoffen für unterschiedliche Kunststofftypen erklärt PlasticsEurope, der Verband Kunststofferzeuger, hier. Ähnlich wie bei den Pappbechern werden Kunststoffbecher in der Regel aus Neumaterial hergestellt, da sonst die Lebensmittelqualität nicht gewährleistet werden kann (s. Interview mit dm). Das Rohöl hierfür wird in den erdölproduzierenden Ländern (Anmerkung: die bedeutendsten Förderländer 2016 waren laut Wikipedia Saudi-Arabien, Russland, USA und Irak) geborgen und nach einem Prozess namens Polymerisierung zu Granulat geschnitten, damit es dann von Becherproduzenten zu Bechern verarbeitet werden kann. Das Granulat (und der Becher) wird viel in China hergestellt. Wenn auf dem Becher dann „Made in Germany“ steht, heißt das meist, dass das Kunststoffgranulat aus China nach Deutschland transportiert wird, um hier zu Bechern verarbeitet zu werden. Nach dieser gigantomanischen Liefer- und Produktionskette werden die Becher über Großhändler an Systemgastronome, Cafés, Tankstellen, etc. geliefert, um dann laut DUH im Durchschnitt 15 Minuten lang für den Kaffeegenuss im Einsatz zu sein. Und dann? Da „to-go“ ja unterwegs konsumiert wird, schmeißen die meisten Leute ihre Einwegbecher und Verpackungen in öffentliche Papierkörbe. Damit landet der Müll in der Verbrennung, weil sich die Nachsortierung aus ökonomischen Gründen nicht lohnt. In der Verbrennung gehen die wertvollen Rohstoffe jedoch unwiederbringlich verloren. Laut DUH verhält es sich „ebenso mit den vielen achtlos weggeworfenen Einwegbechern, die Straßen, Plätze und die Umwelt verschmutzen. Werden weggeworfene Becher von den Stadtreinigungen erfasst, dann landen auch sie in der Verbrennung. Zudem entstehen für die öffentlichen Reinigungsdienste zusätzliche Kosten bei der Säuberung von Straßen und Parks.“ Wenn die Plastikbecher jedoch über den gelben Sack in den Recylingprozess eingespeist werden, dann kann ein Großteil davon wiederverwendet werden. So die Theorie. Wie genau die Recyclingquote bei Plastik ist, ist strittig. Der Spiegel schreibt. „Die Bundesregierung geht aktuell davon aus, dass die Quote recycelten Plastiks bei 39 Prozent liegt. Das hält Wilts für eine „Fiktion“. Bereits vor einigen Monaten kritisierten die Grünen die Berechnungsgrundlage und sprachen von „Schummelquoten“. Rechne man nicht verwertbare Verbundmaterialien und Exporte heraus, käme man auf gerade mal 17,3 Prozent.“ Selbst bei diesem recycelten Plastik spricht man in unserem Fall jedoch von einem „Downcycling“, da diese Kunststoffe nicht wieder zur Herstellung von Lebensmittelqualität verwendet werden können (s. Interview mit dm). Aus dem alten Kaffeebecher wird also in der Regel kein neuer Kaffeebecher und auch keine neue Plastikzahnbürste, wohl aber ein Besenstiel. Viele Mehrwegbecher-Pfandsysteme für Coffee-to-go nutzen Material aus Polypropylen, so zum Beispiel Recup oder FairCup. Becher, die im Pfandsystem nicht mehr benutzbar sind, können vom Pfandsystembetreiber wieder eingesammelt und in den Recyclingprozess überführt werden. Damit die Wertschöpfung hier noch besser wird, gibt es seit September 2018 die Initiative „Forum Rezyklate“ von Unternehmen wie dem veganen Kondomehersteller Einhorn, ecover, dm-drogeriemarkt, Procter&Gamble (u.v.m.).

    Reststoffe wie Baumharz: Es gibt Becher, die aus Reststoffen entstehen und zu 100% aus Deutschland kommen. Beispielsweise werden die Mehrwegbecher von cup2gether oder Hannoccino aus Schreinerabfällen und natürlich vorkommenden Mineralien hergestellt: Stärke, Glucose, Lignin (Baumharze), pflanzliche Öle, Wachse und mineralische Füllstoffe. Also: schadstofffrei. Diese Becher können bisher dem herkömmlichen Kompostprozess nicht zugeführt werden, weil die Verweilzeiten – ähnlich wie bei Bioplastik – noch zu lang für die industriellen Kompostierungsanlagen sind. Die Becher werden jedoch von den Pfandsystembetreibern wieder eingesammelt und durch den Becherhersteller der Energiegewinnung in einer Biogas-Anlage zugeführt oder in einer speziellen industriellen Kompostierung in unter 180 Tagen vollständig abgebaut. Die Sendung mit der Maus erklärt prima, wie das funktioniert.

    Bioplastik aus Maisstärke, Bambus & Co wird immer mehr verwendet, da die biobasierten Kunststoffe zur Herstellung keine fossilen Rohstoffe nutzen, sondern nachwachsende Rohmaterialien wie Mais, Weizen, Kartoffeln, Zuckerrohr, Bambus oder Holz. Eine Studie des Umweltbundesamtes kommt jedoch zu einer ernüchternden Bilanz: „Betrachtet man den gesamten Lebensweg biologisch abbaubarer Kunststoffverpackungen aus nachwachsenden Rohstoffen – von der Herstellung bis zur Entsorgung – schneiden diese nicht günstiger als Verpackungen herkömmlicher Kunststoffe ab. Der CO2-Ausstoß fällt zwar geringer aus, ebenso der Verbrauch von Erdöl. In anderen Umweltbereichen kommt es aber zu größeren Belastungen – vor allem durch Düngemittel. Verwendet werden diese für die Pflanzen, aus denen die Kunststoffe gewonnen werden. Sie führen zur Eutrophierung von Gewässern und sauren Böden, und zwar in einem in stärkerem Umfang als bei der Herstellung herkömmlicher Kunststoffe.“ Dennoch finden Verpackungen aus Bioplastik immer mehr Anhänger, gerade weil Konsumenten glauben, dass sie der Umwelt etwas Gutes tun und die Becher und Behälter später kompostierbar sind. Sind sie grundsätzlich auch, aber nicht mit unseren aktuellen Kompostierungsanlagen. Die DUH schreibt: „Die Verweilzeit in Kompostierungsanlagen reicht in der Praxis häufig nicht aus, um kompostierbare Verpackungen komplett verrotten zu lassen. Darum schließen einige Entsorger, wie beispielsweise der Abfallwirtschaftsbetrieb München, kompostierbare Verpackungen von der Entsorgung über die Biotonne aus.“ Ähnlich sieht es in Frankfurt bei der FES aus, sodass Bioplastik in der Verbrennungsanlage landet.

    • Rezyklate: Für die bessere Verwendung von Rezyklaten – egal aus welchen Stoffen – nimmt die „Circular Economy“ Fahrtwind auf, aber auf dem Weg gibt es noch massive Probleme zu lösen. Das Factory-Magazin gibt interessante Einblicke: „Mit der Wirtschaftswende zum Kreislauf verhält es sich in etwa so wie mit der Energiewende: Die alten Technologien verstopfen die Strukturen für die neuen. Es wird also auch bei der Kreislaufwirtschaft knifflig, sobald man auf die Details blickt. Immerhin hat der Übergang vom linearen zum zirkulären Wirtschaften das Potenzial, sämtliche unserer Vorstellungen davon, wie wir konsumieren, auf den Kopf zu stellen. Wenn Produkte in Zukunft ewig halten sollen, wie soll davon noch ein Hersteller leben können, sobald er die erste Auflage verkauft hat? Die Kreislaufwirtschaft ist also auch aufs engste verknüpft mit der Leasing Economy, wo der Hersteller davon profitiert, sein Produkt immer wieder verleihen zu können. Produzenten profitieren nicht länger vom Produktverkauf, sondern vom Serviceangebot des Nutzens.“

    Alufolie: Alufolie ist günstig und hält warme Gerichte wie Döner für den Weg schön warm. Aber ihre Herstellung ist für die Umwelt extrem belastend. Neben dem hohen Energieverbrauch bei der Produktion, ist die Gewinnung und Verwertung des Rohstoffes Bauxit höchst problematisch: gemäß Utopia wird für die Alu-Gewinnung das Erz Bauxit , das zu rund 60 Prozent aus Aluminium besteht, im Tagebau aus dem Boden gefördert. Das geschieht derzeit vor allem in Australien, China, Brasilien, aber auch in Guinea, Indien und Jamaika. „Vielerorts werden dabei Urwälder abgeholzt, um an das Bauxit zu gelangen. Bei der weiteren Verarbeitung des Bauxit entsteht sogenannter Rotschlamm als Abfallprodukt – bis zu vier Tonnen pro Tonne Aluminium. Dieser besteht aus vielen giftigen Chemikalien: Rotschlamm enthält zum Beispiel Blei und weitere Schwermetalle und kann nicht weiterverarbeitet werden. Deshalb wird er entweder deponiert oder in Gewässer geleitet und zerstört so ganze Ökosysteme. Durch Dammbrüche verseuchten in der Vergangenheit immer wieder Rotschlamm-Deponien ganze Regionen.“ Als Alternative gibt es immer öfter Dönertüten aus Papier! Apropos Papier:

    Papier für Bäckertüten und zum Umwickeln: Papier ist doch nicht so schlimm, oder? Da kann doch jedes Kind seine Brezel beim Bäcker in der eigenen Tüte bekommen? Nein. Zwar sehen vor allem ungebleichte Papiertüten umweltfreundlich aus, aber ihre Ökobilanz ist trotzdem nicht gut, denn die Herstellung beansprucht neben Bäumen auch viel Energie und Wasser, wie das Forum Ökologie & Papier zeigt. Zudem soll die Bäckertüte ja möglichst stabil sein, damit das Körnerbrötchen nicht gleich ein Loch reißt, daher ist meist eine chemische Behandlung der Fasern nötig. Aber brauchen wir wirklich eine Tüte für die Brötchen? Wenn wir sie dann doch in der Hand haben, weil das Brötchen schneller in der Tüte ist als wir gucken können, wohin dann mit dem Müll? Die meisten Tüten landen – wie die Kaffeebecher – in den öffentlichen Mülleimern, weil wir den Snack ja für unterwegs kaufen, und landen somit automatisch in der Verbrennungsanlage. Und die Bäckertüte für die Sonntagsbrötchen, die wir mit nach Hause nehmen? Klingt wie eine banale Frage, ist es aber nicht. Altpapier? Gelber Sack, weil Verpackung? Oder Restmüll, wegen der Fettreste der Salami? Immerhin hat sich das Bundeswirtschaftsministerium die Beantwortung dieser Frage 20.000 Euro kosten lassen, wie die FAZ berichtet. Leider steht die Antwort nicht in diesem erheiternden Artikel, da die Studie zu dem Zeitpunkt noch nicht fertig war. Aber ein wirklich nettes Telefonat mit der FES Frankfurt hat uns geholfen – zumindest für Frankfurt: eine Bäckertüte mit Klarsichtfenster gehört grundsätzlich in den Restmüll, eine saubere Bäckertüte nur aus Papier gehört in die Altpapiertonne, und eine verschmutzte Bäckertüte mit Resten von Butter, Salami oder Nutella gehört in die Restmülltonne. Wieder was gelernt.

Informieren. Bewusst entscheiden. Wohlfühlen.

 

Wir haben nach bestem Wissen und Gewissen recherchiert und die uns zur Verfügung gestellten Informationen aufgearbeitet. Dennoch wissen wir, dass es womöglich Fakten gibt, auf die wir in unseren Recherchen nicht gestoßen sind. Daher bitten wir Euch: Wenn Ihr etwas Ergänzendes wisst, meldet Euch. Wir nehmen es gerne mit auf. Zudem können die Geschichten werbenden Inhaltes sein, da sie auf Betriebe hinweisen. Dies soll den Leser und die Leserin nicht beeinflussen, sondern die notwendigen Informationen über Lieferkette und Wege der Produkte aus „Praxissicht“ bieten, vor allem aber um an Informationen über Spannungsfelder und Konflikte zu kommen, die wir hier im Sinne einer Verbraucherbildung aufgearbeitet haben.

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