Ich besuche Michael, unseren Nachhaltigkeitsbotschafter, in seinem Schokoatelier und hake nach, welche Wege seine Schokolade schon zurückgelegt hat: Wir sind an einem Mittwochnachmittag bei Michi im Atelier verabredet. Beim Betreten seines Ladens bin ich angenehm von der Temperatur überrascht. Ich dachte mich erwarten kalte Temperaturen, damit die Schokolade nicht schmilzt. Aber Michi belehrt mich eines besseren: „So schnell schmilzt Schokolade nicht – trotzdem: Im Sommer kommt es Dir hier kälter vor.“

Hauptzutaten Kakao, Zucker und Kakaobutter

Wir schlendern durch den Laden und ich entdecke eine Menge an verschiedenen Schokoladenvariationen in vielen verschiedenen Farben und Formen. Er erzählt mir von der Herstellung seiner Schokolade, die in dem Atelier selbst geschieht. Hauptzutaten der Schokolade ist der Kakao, Zucker und Kakaobutter. Alle wichtigen Zutaten sind also naturgegeben nicht aus Deutschland oder Europa.

Die Kakaobohnen, die Michi für seine Schokoladenkreationen verwendet, kommen aus Ecuador, Venezuela und Kolumbien. Bei der Auswahl der Bohnen achtet Michi auf verantwortungsvollen Anbau und bezieht lediglich Bohnen aus Misch- statt Monokulturen. Der Zucker, den Michi für die Herstellung der Schokolade verwendet, kommt aus Paraguay mit dem Schiff zu einem deutschen Hafen. Es ist ein Rohrohrzucker, der fair gehandelt ist.

Warum keine regionale Zuckeralternative?

Ein ganz schön weiter Weg von Paraguay nach Deutschland, denke ich mir und frage, ob man für die Herstellung von Schokolade auch Zuckeralternativen – wie zum Beispiel Honig oder Agavendicksaft – verwenden könnte.

Michi erklärt mir, dass das leider nicht so einfach geht, denn Honig ist sehr feucht und deswegen gerade für Schokolade überhaupt nicht geeignet.

Erdbeeren aus der Region und Walnüsse aus eigenem Anbau

Aber nicht nur die Hauptzutaten verwendet Michi bei der Herstellung seiner Schokolade. Ich sehe die verschiedensten Kreationen, wie beispielsweise eine Schokolade mit kristallisierter Minze oder eine weiße Schokolade mit Erdbeeren. Aber auch Nüsse und andere Leckereien sind auf der Schokolade zu finden. Ich frage Michi, woher denn diese Zutaten kommen. Er erklärt mir, dass er bei diesen Zutaten sehr genau auf die Wege achtet.

Die kristallisierte Minze beispielsweise kommt aus Frankreich. Leider hat Michi noch keinen geeigneten Hersteller aus Deutschland gefunden. Die gefrorenen Erdbeeren und andere gefrorene Früchte kommen von einem Hersteller aus Greven. Die frischen Erdbeeren kommen aus der Region und werden am Erdbeer- und Spargelstand gekauft, an dem er sowieso vorbeiläuft.

Bei der Herkunft der Nüsse staune ich nicht schlecht, als Michi mir erzählt, dass er Walnüsse aus seinem eigenen Waldgrundstück benutzt.

Andere Wege um Wege zu sparen: Verpackung

Nicht nur die Schokolade selbst benötigt Wege, sondern auch die Verpackung und das hat Michi schon optimiert, erzählt er mir stolz. Die meiste Schokolade verkauft er in Plastik ohne unnötige zweite Umverpackung aus Pappe. Stattdessen gibt es eine kleine Banderole, gedruckt von der „dieUmweltDruckereiGmbH“ mit den nötigen Informationen zu den Inhaltsstoffen der Schokolade.

Ich frage genauer nach der direkten Umverpackung. Denn ich habe im Hinterkopf, dass es auch da Unterschiede gibt. Michi berichtet, dass es Zellglasbeutel sind. Er versucht aber immer wieder neue Verpackungen auszuprobieren und ist bald wieder auf einer Fortbildung zu nachhaltigen Verpackungen.

Grüne Soße und Spargel Schokolade

Auch die Verpackung für die leckeren Pralinen, die die Theke schmücken, ist ganz aus der Nähe. Michi erzählt mir, dass er die Pappe aus Offenbach bezieht. Das war ein langer Weg, so Michi, bis er die optimale und ressourcenschonend Verpackung gefunden hat. Apropos Pralinen: Michi erzählt mir, dass es bei Pralinen viel einfacher ist, Produkte aus der Region mit einzuarbeiten wie beispielsweise Spargel, Äpfel, Kräuter der grünen Soße oder Apfelwein.

 

Erinnert Ihr Euch an unsere Kampagne „Fairer Handel ist mehr als ein Siegel“? Damals berichtete Michi:

 „Leute reden über Fair Trade Kakao und über die armen Bauern und Kinder. Das finde ich sehr gut. Aber im direkten Umgang mit unseren Mitmenschen im Alltag habe ich ganz oft das Gefühl, dass Fairness an Bedeutung verliert. Ich finde es genauso wichtig, fair mit meinen Kunden, Mitarbeitern und Freunden umzugehen, wie der Bezug fair gehandelter Kakaobohnen für meine Schokolade.“ Michael Kitz, Nachhaltigkeitsbotschafter von Michis Schokoatelier. Lest nach unter Was ist fairer Handel?

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