Neulich bei der Lust auf besser Leben gGmbH …

So schwierig die Corona-Pandemie für uns persönlich und unsere Wirtschaft auch sein mag – immer wieder haben wir hinsichtlich des Umweltschutzes auch positive Nachrichten gehört: Die Luftqualität in den Städten verbesserte sich durch den massiven Rückgang von Autoverkehr, die Fluglärmbelastung nimmt ab und Fische kehren an Orte zurück, wo sich die Wasserqualität durch geringeren Bootsverkehr verbessert hat.

Nachhaltigkeit als Dreiklang zwischen Umwelt, Wirtschaft und Sozialem

Da ich Nachhaltigkeit als Dreiklang zwischen Umwelt, Wirtschaft und Sozialem verstehe, habe ich nach dem „Lockdown“ beschlossen, so gut es geht, die lokale Wirtschaft zu unterstützen. Dies bedeutete für mich, Online nur bei den lokalen Händler*innen einzukaufen bzw. abzuwarten bis Geschäfte wieder öffnen durften, die Kulturlandschaft mit Spenden zu unterstützen oder eben so häufig wie möglich die tollen und häufig sehr kreativen Abhol- und Lieferserviceangebote von Cafés und Restaurants in Anspruch zu nehmen.

Gleich beim ersten Coffee to go, den ich mir in meinem mitgebrachten Becher abholen wollte, wurde mir gesagt, dass dies derzeit durch das Land Hessen nicht erlaubt sei. Ich nahm natürlich dennoch einen Kaffee, aber mit einem zugegebenermaßen unguten Gefühl in einem Einwegbecher. Ein ähnliches Bild bot sich bei den Bestellungen in Restaurants, wo viele der Speisen in Plastik oder Alubehältnissen eingepackt waren. Ich traf also nicht selten eine Entscheidung gegen die ökologische Nachhaltigkeit zu Gunsten der sozialen bzw. ökonomischen Nachhaltigkeit. Auch Restaurants haben das Problem erkannt und setzen nun vermehrt auf Mehrwegsysteme (sie selbst verpacken die Speisen vorher in Behältnissen, die man gegen Pfand zurückbringen kann) oder es werden alternative Materialien wie zum Beispiel Papier und Biokunststoffe verwendet.

Aber auch über diese alternativen Materialien muss man einiges wissen. Wenn zum Beispiel auf einer Verpackung kompostierbar steht, dürfen sie häufig nicht in unseren regulären Biomüll entsorgt werden, da diese länger brauchen zum Verrotten als der Entsorgungszyklus in Deutschland es zulässt. Wohin also damit? Das ist gar nicht so leicht zu beantworten, da biobasierte und biologisch abbaubare Kunststoffalternativen sehr unterschiedliche Spezifika aufweisen. Das Umweltbundesamt hat hierzu ausführliche Informationen veröffentlicht (https://www.umweltbundesamt.de/biobasierte-biologisch-abbaubare-kunststoffe#32-darf-ich-biologisch-abbaubare-sammelbeutel-fur-die-bioabfallsammlung-im-haushalt-verwenden) und rät zu einer Entsorgung im gelben Sack – und gibt zudem an, dass die derzeitigen Kunststoffalternativen kaum Vorteile im Vergleich zu Einwegplastik besitzen. Dies ist Verbraucher*innen und auch Gastronomen häufig nicht bekannt, es muss also noch noch ein hohes Maß an Informationsarbeit und auch Forschung zu wirklichen Plastikalternativen geleistet werden.

Eure Jaya

P.S.: Bei unserem letzten Botschafterklubtreffen zum Thema Verpackung haben wir ebenfalls über Plastikalternativen diskutiert. Hier findet ihr die Probleme alternativer Kunststoffe etwas ausführlicher dargestellt (https://ffm.lustaufbesserleben.de/nachhaltig-verpackt-zu-gast-und-mit-gaesten-im-gramm-genau/).

 

  

 

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