Nachhaltig einkaufen!? Kampagne für kurze Wege und nachhaltigen Konsum. Das war unser fiktiver Tagesablauf von 7:00 bis 22:00 mit Hintergrundinfos und Interviews zu Herstellung und lokalem Handel der zu Tageszeit und unserem Alltag passenden Produkte. Am Dienstag 28. Mai gab es dazu im Glauburg Café eine sehr informative und leckere Abschlussveranstaltung (Lena, also das Fingerfood war überragend). Gäste waren Die Kooperative (die den Großteil der Lebensmittel für den Abend stiftete), Perú Puro, Alma Fashion, Nuri Beauty, die GLS-Bank und Lust auf besser leben, also wir.

Was also bleibt aus den Gesprächen über die Kampagne und aus den Interviews des Abschlussabends? Wesentliche Erkenntnis ist erstmal, dass es den einen Königsweg zur Rettung der Welt nicht gibt. Vielmehr ist jede und jeder Einzelne aufgefordert, in seinem ganz persönlichen Alltag bestimmte Spielregeln aufzustellen, die sich dauerhaft mit etwas Mühe und viel Vergnügen umsetzen lassen.

Einfachste Maßnahme ist natürlich, beim Einkauf unterschiedliche Siegel zu beachten. Es gibt gängige Siegel wie Demeter, Bioland, Naturland oder FairTrade, im Textilbereich GOTS oder Made in Green und natürlich weitere mehr. Allerdings haben wir besonders im Lebensmittelproduktion auch kleine Betriebe, die sich eine Zertifizierung nicht leisten können, die aber trotzdem biologisch einwandfrei und meist auch regiona lproduzieren. Ihr seht, einfaches Verlassen auf Siegel hilft nicht in jedem Fall. Eigenes Abwägen ist gefragt.

Das Gleiche gilt für Lieferketten unserer Alltagsprodukte. Hier ist Transparenz für einzelne Konsumenten im Regelfall kaum zu erzielen, persönliche Entscheidungen aber notwendig. Benutze ich zum Beispiel die Bambuszahnbürste, deren Rohstoffweg unübersichtlich ist, die aber aus sehr langlebigem und schnell wachsendem Material besteht? Oder leider eine Zahnbürste aus europäischer Holzproduktion, die möglicherweise öfter ausgetausch werden sollte? Auch hier gibt es vielleicht kein „richtig“ oder „falsch“. Wesentlich ist die bewusste Auswahl im Rahmen nachhaltig diskutabler Produkte.

Meist kontrovers diskutiert wird die Frage Online- oder Offline-Handel. Unbestritten ist der Rückgang lokalen/regionalen Einzelhandels ein Verlust für die gesamte Gemeinschaft. Nicht Alle (Alterspyramide!) haben die Möglichkeit/Fähigkeit zum Online-Einkauf. Außerdem fällt dort der Beratungsaspekt erfahrungsgemäß sehr übersichtlich aus. Trotzdem kann der Einkauf online je nach Gegenstand die bessere Alternative sein. Zum Beispiel dann, wenn das gewünschte Produkt (z.B. Bio-Textilien) nicht in diskutabler Entfernung zu erreichen ist. Außerdem kann durchaus eine Ausliefertour mit vielen Kunden eine bessere Ökobilanz aufweisen als viele Konsumenten, die mit dem Auto Einkaufszentren aufsuchen. Auch hier gilt also: abwägen und entscheiden.

Aus all diesen Aspekten wird klar, dass wir Konsumenten große Entscheidungsmöglichkeiten haben. Welche Produkte wir per Einkauf fördern oder eben nicht, entscheidet durchaus mittel- und langfristig über das Angebot. Ein wesentlicher Gedanke wurde aber am Dienstag zum Abschluss auch besprochen: längere Nutzungsdauer/Upcycling/Reparatur als mögliche Alternative zum Neukauf zumindest bei langlebigen Produkten wie Kleidung oder technischen Geräten. Kaufe ich mir lieber eine doppelt so teure Jeans oder ein T-Shirt, das aber viermal so lange hält? Lasse ich ein defektes Gerät reparieren bezw. starte einen Versuch in einem der vielen RepairCafés?

Fragen über Fragen. Aber für diese Alltagsentscheidungen sind wir gebaut. Macht auch Spaß.

   


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