Neulich bei der Lust auf besser Leben gGmbH …

 „Zwei Dinge sollen Kinder von ihren Eltern bekommen: Wurzeln und Flügel.“ — J. W. von Goethe


Tagtäglich habe ich mit dem Thema Nachhaltigkeit zu tun. Dabei geht es vielen Menschen um die „Enkeltauglichkeit“ ihres Handelns. Ein etwas sperriger, aber dennoch einschlägiger Begriff. Während meiner Arbeit bin ich deshalb auch immer wieder mit der Frage konfrontiert worden, wie es denn eigentlich bei mir mit „dem Kinderkriegen“ aussieht. Als ob es nach einer erfolgreichen Unternehmensgründung der natürliche nächste Schritt wäre, vor allem mit über 30 – mal vom Heiraten und Baumpflanzen abgesehen. Wobei wir letzteres bereits des Öfteren getan haben.

Einige Bekannte haben sich bereits erdreistet davon zu sprechen, dass es langsam mal Zeit würde – wofür sollte ich denn sonst all meine Energie in unsere Zukunftsfragen stecken? Andere wiederum sind eher der gegenteiligen Meinung, dass eine Nachhaltigkeitsexpertin eigentlich kinderlos bleiben sollte – immerhin gäbe es genug Menschen auf unserem Planeten, die schon jetzt nicht alle etwas zu essen bekommen.

Mitten in diesen herrlichen Kontroversen finde ich dann doch die Perspektive meines Lebensgefährten am schönsten. Er ist fest davon überzeugt, dass jedes Neugeborene zu einem „Change Agent“ – ein Mensch, der den Wandel positiv vorantreibt – für unseren Lebensraum werden kann.

Kluge Frau, fürsorgliche Mutter und gemeinnützige Unternehmerin – was denn noch alles?

Jedenfalls bewundere ich seit meiner Zusammenarbeit mit Alexandra ihr Dasein als kluge Frau, Mutter und Unternehmerin gleichermaßen. Es ist motivierend zu sehen, wie sie die Höhen und Tiefen des komplexen Alltags bestreitet und vor allem schön, wenn ihre beiden Jungs bei uns im Büro „chillen“, weil es hier eben einfach „cool“ ist.

So reifte in mir der Gedanke heran, dass es nach über 9 Jahren Selbstständigkeit und über 5 Jahren mit „Lust auf besser leben“ nun an der Zeit für „Lust auf neues Leben“ ist, einem 2. Baby sozusagen. Denn wenn nicht jetzt … Der kritische Gedanke, wie ein Kind in den doch oft eng getakteten Arbeitsalltag passen könnte, hat dabei mit jedem Tag der Schwangerschaft rapide an Bedeutung verloren.

Jeden Tag merke ich, wie eine Sinnhaftigkeit in mir heranwächst, die ich mir vorher gar nicht vorstellen konnte und ich bin unendlich dankbar und froh darüber, das erleben zu können. Als Unternehmerin hätte ich mir keinen besseren Zeitpunkt aussuchen können. Nach 5 Jahren geht es uns – trotz Corona – gut und wir haben eine Basis aufgebaut, die es mir nun erlaubt, beruhigt etwas kürzer treten zu können.

Zwei werdende Mütter und neue Herausforderungen im Kleinunternehmen Lust auf besser leben

Parallel zu meiner Reise hat Jaya eine ebensolche begonnen. Wir mussten alle herzhaft lachen, als wir feststellten, dass unsere beiden errechneten Geburtstermine nur einen Tag auseinander liegen – man ist eben doch aufeinander eingestimmt in so einem kleinen Team. Einen kurzen Moment lang habe ich geschluckt, da somit zwei wichtige Arbeitskräfte gleichzeitig neue Wege gehen. Doch nach ein paar Minuten war mir klar, was für eine Bereicherung und Chance das für „Lust auf besser leben“ werden würde.

Und so fühlt es sich jetzt, rund 6 Wochen bevor die neuen Leben das Licht der Welt erblicken, noch immer an. Wir reden nicht nur über Nachhaltigkeit in unseren Projekten, sondern auch am Arbeitsplatz, von Vereinbarkeit von Beruf und Familie, von Flexibilität und Wohlfühlen. Wir sind dadurch nochmal aufs Neue damit konfrontiert worden, wie wir diese Werte mit Leben füllen möchten.

Organisches Wachstum als Chance – im mehrfachen Sinne

Es ist wunderbar zu sehen, wie wir alle als kleines Team mit unseren Aufgaben wachsen. Schon letztes Jahr dachten Alexandra und ich immer wieder, dass wir mehr Kapazitäten für all die tollen Projekte bräuchten. Nun kam der Zeitpunkt, zu dem ein Mehr an (Wo)Manpower unumgänglich wurde, da Jaya und ich zumindest eine Zeit lang Zuhause bleiben werden.

Deshalb werden wir im mehrfachen Sinne wachsen. Wir freuen uns total auf unsere zwei neue Kolleginnen Ankathrin und Eva und auch die freiberufliche Unterstützung von Katrin, die uns, Euch und unsere Kund*innen auf dieser neuen Reise begleiten – und natürlich auch auf den Vierbeiner Bailey, der als drittes „Baby“ und neuer Kuschelbürohund hinzukommt. Das soll auch gut fürs Baby-Immunsystem sein, wie ich gelesen habe.

Alle Beteiligten und neuen Gesichter stellen wir Euch natürlich ganz bald vor. Doch nun heißt es erstmal: ein bisschen Abschied nehmen und loslassen, auch wenn es kein wirklicher Abschied ist. Doch als Gründerin und Mama von „Lust auf besser leben“ ist es doch eine Herausforderung, nun ein neues Kapitel aufzuschlagen und nicht mehr alles „im unmittelbaren Griff“ zu haben. Eine Entwicklung, die – davon bin ich fest überzeugt – für uns als Unternehmen von unschätzbarem Wert sein wird. Denn irgendwann heißt es doch immer loslassen – und wie war das noch gleich mit den Wurzeln und Flügeln?

Daher halte ich es zum Abschluss mit Goethe und bin so frei, seine Worte unternehmerisch abzuwandeln: „Zwei Dinge sollen Unternehmen von ihren Gründer*innen bzw. Geschäftsführer*innen bekommen: Wurzeln und Flügel.“ Etwas pathetisch, ich weiß, aber alle Unternehmer*innen unter uns werden es nachvollziehen können.

Fühlt Euch herzlich gegrüßt und habt eine schöne Sommerzeit

Eure Marlene

PS: Der Name und die Abwandlung unseres Logos „Lust auf neues Leben“ sind übrigens eine Erfindung unserer Büromitbewohnerin Katja von unikatwertvoll – einfach klasse, oder?

 

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