Neulich bei der Lust auf besser Leben gGmbH …

Ihr Lieben!

Vergangene Woche war #fashionrevolutionweek2020. Heißt was? Tausende Akteur*innen und Privatpersonen fanden sich zusammen, Corona-bedingt natürlich digital, um mit verschiedenen Aufklärungsaktionen auf die Herstellungsbedingungen unserer Kleidung aufmerksam zu machen, für Alternativen zu sensibilisieren und das Thema faire, nachhaltig produzierte Mode auf die Agenda zu setzen.

In Frankfurt wurde die Kampagne von der Initiative Frankfurt Fashion Movement vorangetrieben, hinter der u.a. unsere Heldin Maike, Nachhaltigkeitsbotschafterin von UBERMUT steckt. Seit einigen Monaten veranstaltet die Initiative Events und macht digitale Informationsarbeit, in dem sie zum Beispiel zeigen, wer in Frankfurt nachhaltige Mode herstellt.

Ein Jahr lang Second Hand Mode shoppen

Auch wir haben uns an der #fashionrevolutionweek2020 beteiligt und ein bisschen von der Second Hand Challenge erzählt, die ich mir für dieses Jahr auferlegt habe. Alles bis auf die Unterwäsche gibt es nur noch gebraucht. Das ist erstens nachhaltig, weil Zweitverwertung in Zeiten von Überkonsum ein Zeichen setzt und zeigt, das Kleidung auch über die Modesaison hinaus wertvoll ist und zweitens macht es, mir zumindest, nochmal bewusster, was ich wirklich brauche – oder was ich nur meine zu brauchen.

Die Unterwäsche allerdings gibt es dann mit GOTS oder Fair Wear Foundation Siegel. Und ein Teil meines Herzens findet das auch deshalb wichtig, weil es einfach mittlerweile so viele tolle nachhaltig arbeitende Läden und Designer in Frankfurt gibt, die ich mit meiner Second Hand Challenge nicht außen vor lassen möchte. Wieder so ein Nachhaltigkeitsdilemma, Konsum ankurbeln und „gute“ Unternehmen unterstützen oder gebraucht und tauschen … es scheint kein „richtig“ und „falsch“ zu geben.

A propos Wirtschaft ankurbeln – Maskenindustrie startet durch?

So ähnlich geht es uns übrigens auch beim Gedanken an unsere Masken-Näh-Aktion, bei der über 240 Freiwillige innerhalb kürzester Zeit in Heimarbeit Masken für Organisationen wie Seniorenwohnheime, die FES oder Streetangels genäht haben. Das Engagement dafür ist überwältigend und notwendig, um den jetzigen Bedarf zügig zu decken. Doch mittlerweile sind Masken Produkte, die dem*der Schneider*in um die Ecke zusätzlichen Verdienst ermöglichen und so die lokale Ökonomie sichern könn(t)en. Daher sind wir hier durchaus selbstkritisch und wissen, dass sinnvolle Hilfsaktionen am Ende nur dann ihre Berechtigung haben, wenn sie keinem anderen die Butter vom Brot nehmen. Klingt sehr staubig, ist aber ganz humanistisch gemeint: denn das, was die Kleinunternehmer*innen vor Ort stützt, finden wir, wenn es denn wie die Masken aus wiederverwendeten Stoffen und mit viel Liebe gemacht ist, einfach sinnvoll und gut!

Inklusive Gedanken, nachhaltiges Kino und sportliche Klima-Projekte

Ansonsten können wir uns nicht über zu wenig Arbeit beschweren. Ich sitze am Ratgeber Inklusion, bei dem immer deutlicher wird, dass Inklusion, wenn wir sie beim Wort nehmen, eigentlich gar nicht in einen Ratgeber passt, denn mal ehrlich: bräuchten dann nicht diejenigen ohne attestierte Behinderung eher einen Ratgeber, um zu verstehen, wie wir inklusiver leben und denken können? (Dennoch braucht es auch den Ratgeber für Eltern, das will ich damit nicht falsch verstanden wissen.)

Und auch beim Sportprojekt geht es nun heiß her: wir erstellen gerade die Broschüre für Klimaanpassung in Sportvereinen, und yeahi: die Bewerbungsphase für denPreis für nachhaltiges Kino in Hessen ist gestartet. Supergut: die diesjährige Preisverleihung findet digital statt. Klingt so selbstverständlich, ist es aber unserer Erfahrung nach nicht. Daher finden wir es toll, dass das Team vom Film- und Kinobüro Hessen so kreativ die Krise am Schopfe packt.

Also kurz und knackig zusammengefasst: „Homework“, wie meine Freundin Steffi die neue Situation gerne bezeichnet, hat eine völlig neue Bedeutung für mich bekommen. Anders als vor 12 Jahren in der Schule liebe ich meine „Homework“ nun, stehe voll zur Second Hand Challenge und bin hoch erfreut, dass wir mit so vielen tollen Partner*innen zusammen an Projekten arbeiten, die Nachhaltigkeit und Klimaschutz in diesen Zeiten weiter auf der Agenda halten.

Als weider so, gell!

Eure Marlene

PS: Mehr zu nachhaltiger Mode findet Ihr übrigens im Blog.

 

 

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