Cup2gether sucht weitere Becherbotschafter in drei Stadtteilen und am Campus. In 2 Wochen soll es losgehen.

Rund 2,8 Milliarden Coffee to go Becher gehen jährlich über die Ladentheken der Republik

25 Millionen davon alleine in Frankfurt am Main – und landen dann im Müll. Deutschland – wie so viele andere Länder auch – hat ein Becherproblem. Dieses will Cup2gether lösen. Nachdem die Frankfurter Initiative  erfolgreich ihre „Challenge“ gegen die Stadt gewonnen hatte, testete sie 100 Tage ein Becherpfandsystem in Bornheim und Nordend. 41 Cafés, über 880 Nutzer und 158 Becherbotschafter machen noch immer mit. Das freut die Initiatorinnen von Cup2gether. Claudia Schäfer der VON WEGEN Kommunikationsagentur und Marlene Haas von Lust auf besser leben haben nicht mit so einem Zuspruch gerechnet.

Eine Umfrage nach der Testphase zeigte, dass es den To Go Trinkern wichtig war, sich „für etwas Gutes zu engagieren“. Doch gaben sie zudem an, dass Cup2gether in weiteren Stadtteilen Präsenz zeigen müsse, damit der Kreislauf eines Pfandsystems besser funktioniere.

Doch wie weitermachen, wenn kein Geld da ist?

Die Initiatorinnen führen Gespräche mit Stiftungen, Unternehmen und der Kommune, um zu ermitteln, wer Cup2gether als bürgerschaftlich getriebene Initiative langfristig unterstützen will. Wie könnte eine nachhaltige Finanzierung des Systems aussehen? Punktuell spendete zum Beispiel eine Kanzlei. Auch Tombola-Erlöse wie diejenigen vom Rotlintstraßenfest unterstützen die Initiative. Doch das reiche nicht für eine Finanzierung, und nicht alles könne ehrenamtlich erfolgen, so die beiden.

Rückenwind aus anderen Stadtteilen

Schon kurz nach Ende der Testphase begannen einige Ortsbeiräte, die Initiative Cup2gether zu stärken und über Beschlüsse auf eine kommunale Beteiligung am System einzuwirken. Bisher fordern fünf Ortsbeiräte und die Kommunale Ausländervertretung die Stadt dazu auf „zu klären, welche organisatorischen und finanziellen Möglichkeiten zur Förderung des Projekts der Magistrat sieht, damit dieses in eine langfristige Struktur zur Verbesserung der Aufenthaltsqualität geführt wird. (…) Zur Finanzierung könnte geprüft werden, ob aus den kontinuierlich erhobenen Abfallgebühren, die pro Bürgerin/Bürger eingezogen werden, ein Betrag (z. B. jeweils zehn Cent) direkt in ein Abfallvermeidungsprojekt wie Cup2gether umverteilt werden kann, um die Finanzierung zu stärken.“

Weiter heißt es: „Bürgerschaftliches beziehungsweise unternehmerisches Engagement wie dieses zeigt, dass freiwillige Aktionen oft vielversprechender und insbesondere pragmatischer sind als verpflichtende Maßnahmen.“ Aber auch, dass „allein auf die Freiwilligkeit der Frankfurter Bürgerinnen und Bürger und der Frankfurter Gäste zu hoffen keine Wende bringen wird.“ Vielmehr müsse sich die Stadt Frankfurt am Main engagieren und die Kampagne Cup2gether mit allen verfügbaren Mitteln durchsetzen.

Ein großer Erfolg für Claudia Schäfer und Marlene Haas, die trotz des Rückenwindes nicht stillstehen möchten, bis die Stadt sich regt. „Wenn wir jetzt aufhören, wäre all das Engagement derjenigen, die sich so aktiv für eine müllfreie, umweltfreundliche Stadt und damit das Pfandsystem eingesetzt haben, umsonst gewesen. Deshalb machen wir weiter. Wir wachsen eben organisch und als Initiative, die nur lebt, wenn sich Bürger beteiligen.“ so Schäfer.

WANTED – Studenten und Wo*Man Power für Aufbau von Cup2gether gesucht

Aktuelles Ziel der Initiative ist es, „auf den Campus“ und weiter in Richtung Innenstadt zu kommen. Mit „Cup2gether Campus“ möchten die studentischen Becherbotschafter und einige Hochschulen mit Unterstützung der Frankfurter Sparkasse und in Kooperation mit der Hochschulinitiative #grüngehtdoch an Cafés in den und rund um die Hochschulen herantreten, um dort zur Europäischen Woche der Abfallvermeidung am 17. November durchstarten zu können.

Mit der Mensa des Studentenwerks zu kooperieren, würde bisher nicht gelingen, so Haas. Doch es gäbe andere Cafés und engagierte Studenten, die sich freuen, ein Pfandsystem auf ihren Campus zu bringen, das sie auch außerhalb der Uni nutzen können. Dringend suchen sie Studenten, die als Becherbotschafter aufklären und Cafés zum Mitmachen anregen.

Auch außerhalb der Unis geht es weiter mit dem Bürgerschaftlichen Engagement gegen die Einwegbecherflut. „Es macht Sinn, das Engagement auf dem Campus mit den schon aktiven Stadtteilen zu verbinden und daran angeknüpft weitere Stadtteile zu finden. Damit ein funktionierender Kreislauf entsteht, gehen wir anschließend an das Nordend ins Westend und in die Innenstadt, an die Unis und in das Bahnhofsviertel. Wir haben schon erste Gespräche geführt. Unserer Erfahrung nach braucht es in jedem Quartier mehrere Personen als Botschafter, die das Thema Mehrweg weiterbringen möchten. Wichtig ist, dass jemand mit den Cafés spricht und sie für das Thema Müll sensibilisiert. Aber auch, dass im Stadtteil bekannte Organisationen dabei sind, wie z.B. Stadtteilbüros, die zum Mitmachen motivieren können. Und wir brauchen informierte Cafés und To Go Trinker und Trinkerinnen!“ sagt Haas.

Deshalb haben sie die „WANTED“ Kampagne gestartet, in der sie bis zum Start der Europäischen Woche der Abfallvermeidung ab dem 17. November, also in rund 30 Tagen, engagierte Mitmachende suchen, die mit Lust und Zeit freiwillig beim Aufbau des Pfandsystems einsteigen und damit auch zum Umweltschutz beitragen: https://cup2gether.de/wanted. Fazit: Let’s cup2gether!

„WANTED“ Kampagne

Möchtest Du Dich beteiligen? Mit Spenden, Arbeitskraft, Köpfchen? Für Cafébriefings, Events und Kampagnenmaterial? Das alles fällt auch bei einem so großen Zuspruch nicht vom Himmel. Jedoch gibt es Viele, die mitmachen wollen. Das ist das Tolle an einer Initiative, man muss es eben nicht alleine machen. Hier geht es zu den Gesuchen für eine bessere Welt

 

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