Kinder wollen spielen, und die »Jugend von heute« ist vor allem am eigenen Vergnügen interessiert? Ist das so? Wenn wir über die Zukunft reden, sprechen wir meist über das Leben anderer – nämlich das junger Menschen, Kinder und Jugendlicher. Dass sie in ihrer Lebenszeit vor enormen Herausforderungen stehen werden, scheinen sie manchmal besser verstanden zu haben als »die Alten«. Das Journalismus-Portal Perspective Daily stellt sieben junge Menschen vor, die aus unterschiedlichen Zusammenhängen und Gründen zu „Symbolen“ für aktive Zukunftsgestaltung wurden. Das möchten wir Euch nicht vorenthalten.

Heute: Severn Cullis-Suzuki, kanadische Umweltaktivistin

Sie ist das Mädchen, das die Welt vor 25 Jahren für 5 Minuten zum Schweigen brachte. Als 13-Jährige erinnert sie die Vertreter der Vereinten Nationen in Rio de Janeiro beim Earth Summit 1992 daran, was auf dem Spiel steht: Die eigene Zukunft zu verlieren ist etwas anderes, als eine Wahl oder ein paar Punkte auf dem Aktienindex zu verlieren. Meine Zukunft steht auf dem Spiel. Ich bin hier, um für alle zukünftigen Generationen zu sprechen

Dann spricht Severn Cullis-Suzuki von ihrer Angst zu atmen, weil sie nicht weiß, welche Chemikalien in der Luft liegen. Sie prangert den eigenen Reichtum an, vergleicht ihre Kindheit mit der brasilianischer Kinder, die sie am Vortag in den Favelas von Rio besucht hat. Sie beschreibt die riesigen Mengen Müll, die in den reichen Ländern des Nordens täglich anfallen. Ich bin nur ein Kind, und ich habe nicht alle Lösungen parat. Doch ihr habt sie auch nicht!

Das Tolle ist: Im Jahr 2017 gibt es Lösungen für fast alle Probleme, die Severn Cullis-Suzuki vor 25 Jahren angesprochen hat: Die angegriffene Ozonschicht ist fast geheilt, wir haben gelernt, gerodete Wälder wieder zum Sprießen zu bringen und verdreckte Flüsse wieder mit Fischen zu beleben. Die Technik und das Wissen sind da – was wir aber noch immer nicht »gelernt« haben: Schon im Kindergarten bringt ihr uns bei, wie wir uns zu verhalten haben. Dass wir nicht gegen andere kämpfen sollen, dass wir Dinge klären sollen und unsere Mitmenschen respektieren sollen. Dass wir unseren Dreck aufräumen sollen und andere Lebewesen nicht verletzen sollen. Dass wir teilen sollen und nicht gierig sein sollen. – Aber warum tut ihr dann all diese Dinge, die wir nicht tun sollen?

 

Bild: You Tube

 

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