Kinder wollen spielen, und die »Jugend von heute« ist vor allem am eigenen Vergnügen interessiert? Ist das so? Wenn wir über die Zukunft reden, sprechen wir meist über das Leben anderer – nämlich das junger Menschen, Kinder und Jugendlicher. Dass sie in ihrer Lebenszeit vor enormen Herausforderungen stehen werden, scheinen sie manchmal besser verstanden zu haben als »die Alten«. Das Journalismus-Portal Perspective Daily stellt sieben junge Menschen vor, die aus unterschiedlichen Zusammenhängen und Gründen zu „Symbolen“ für aktive Zukunftsgestaltung wurden. Das möchten wir Euch nicht vorenthalten.

Heute: Joshua Wong: Teenager gegen Großmacht

»Ein Land, 2 Systeme« – unter dieser Voraussetzung wurde Hongkong 1997 nach über einem Jahrhundert britischer Herrschaft wieder ein Teil Chinas. Peking garantierte Hongkong, dass es sein westlich geprägtes System beibehalten dürfe. Dazu gehört eine kapitalistische Wirtschaft, aber auch Rechte und Freiheiten der Bevölkerung, die in China regelmäßig unterdrückt werden. China gefällt die 2-Systeme-Regelung nicht. Beständig versucht die Großmacht, ihren Einfluss in der 7,4-Millionen-Einwohner-Metropole auszubauen.

Joshua Wong, ein schmaler Nerd-Typ mit Brille, war erst 14 Jahre alt, als er anfing, sich dagegen zu wehren. Seit 2011 gab es Pläne, an den Schulen Hongkongs das Fach »Moralische und Nationale Erziehung« einzuführen. Nicht nur Joshua Wong hatte die Befürchtung, dass Hongkongs Schüler chinesischen Patriotismus per Lehrplan verordnet bekommen würden. Mit anfangs nur wenigen Mitstreitern besetzte er den Platz vor dem Regierungsgebäude, trat zeitweise sogar in den Hungerstreik und mobilisierte schließlich Hunderttausende zum Protest gegen das neue Schulfach. Die Verwaltung knickte ein.

Kein Grund für Joshua Wong, sich auf seinem Erfolg auszuruhen. 2014 waren er und seine alten Mitstreiter Teil der Demokratiebewegung Hongkongs, die freie Wahlen für das Jahr 2017 forderte. China gab damals bekannt, dass es Kandidaten vorselektieren wolle. Die Proteste legten halb Hongkong lahm. Mit bunten Regenschirmen schützten sich die Demonstranten vor dem Pfefferspray der Polizei – die »Regenschirm-Revolution« machte weltweit Schlagzeilen. Im Juli dieses Jahres wurden Joshua Wong und 2 seiner Mitstreiter für ihre Beteiligung und zivilen Ungehorsam angeklagt. Wong plädierte auf schuldig.

 

  Quelle: Seader CC BY-SA

 

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