Wieder zu Hause und hundemüde. Was ein aufregender Tag. Jetzt ab ins Bett. Ich lasse mich reinfallen, das Holz kracht ein bisschen und es riecht nach Wald. Uuups. Ich mag den Geruch des Bettrahmens, irgendwie beruhigend. War ja klar, dass mir plötzlich weitere Fragen in den Sinn kommen: Aus welchem Material besteht eigentlich mein Bett? Das kommt doch sicher nicht aus Deutschland, oder? Was für einen weiten Weg das wohl schon hinter sich hat…


  • Über heimische Hölzer, soziale Nachhaltigkeit und kurze Wege im Möbelvertrieb

    Im Gespräch mit Gabriele Acker-Bialek von MANIOR: „Wir müssen raus aus der Ökoecke – Design und Nachhaltigkeit müssen keine Widersprüche sein!“

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  • Über die Wege des Lattenrosts, Holzbetten, deutsche Federn und Schlaf

    Die Geschwister Bovet von Betten Raab wissen ganz genau, wo welches Produkt herkommt – und zwar vom Rohstoff bis zum Rost.
    Über Dinkelkissen, umweltfreundliche Reinigung und Bio-Schafe…

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  • Über dezentrale Wertschöpfung, Betten-Produktion rund um Berlin und CO2-Ausgleich

    „Für uns sind alle Wege von Bedeutung“, sagt Steve Döschner mir am Telefon, als ich ihn nach der Lieferkette seines Produktes frage… Eigentlich hätten wir gar nicht nachfragen müssen, denn das Team von Kiezbett hat im Internet die Wege ihres Produktes so transparent und übersichtlich nachvollzogen, dass kaum eine Frage offen bleibt…

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Wusstest Du…?

Wusstest Du... über das Waldgesetz und Forstwirtschaft?

Im Hessischen Waldgesetzt sind laut §4 Nachhaltigkeit und der Erhalt artenreicher Waldökosysteme geregelt. Im Cluster Hessischen „Holz und Forst“ arbeiten regional 57.000 Menschen – davon 8.600 in der Möbel, Spielzeug, Instrumente, Sportgeräte und Schmuckherstellung - in rund 11.000 Betrieben. Die meisten Abnehmer sind Sägewerke und Holzhandel.

Die Wälder tragen meist trotzdem ein FSC Siegel, obwohl unsere Standards deren Standards übersteigen.

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• Insgesamt werden mehr als 80 Prozent der deutschen Gesamtwaldfläche über die bereits strengen gesetzlichen Vorgaben hinaus nach den Kriterien unabhängiger Zertifikate bewirtschaftet. Als Zertifizierungssysteme haben sich in Deutschland vor allem der Forest Stewardship Council (FSC, 1993 gegründet) und das Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes (PEFC, 1999 gegründet) etabliert.

• Nach der dritten Bundeswaldinventur befinden sich 48 % der Waldfläche im Privateigentum von rund 2 Millionen Waldbesitzern. 29 Prozent der Waldfläche gehört den Ländern. Der Bund besitzt ca. ca. 4 Prozent, zumeist Flächen entlang von Bundeswasserstraßen und Autobahnen oder militärisch genutzte Flächen. Daneben gibt es Wälder im Besitz von Körperschaften (darunter Kommunalwälder, insgesamt 19 Prozent).

Es wurde weniger Holz genutzt als nachgewachsen ist. Holznutzung und natürliches Absterben von Bäumen erreichen insgesamt 87 % des Zuwachses. Die restlichen 13 % gehen in den Vorratsaufbau. Bei den meisten Baumarten beträgt dieses Verhältnis zwischen 55 % und 80 %. Bei der Fichte liegen Holznutzung und natürliches Absterben dagegen um 15 % über dem Zuwachs. Ihr Vorrat wurde damit reduziert. Dies ist u. a. eine Folge der forstpolitischen Zielsetzung und der waldbaulichen Erfordernisse (Bodenpflege und Klimaänderung). Außer bei der Fichte: Durch Kyrill, Trockenperioden und damit gute Voraussetzungen für Käferpalgen, die auch auf den Klimawandel zurückzuführen sind? Das heißt, Wälder müssen zukünftig stabiler bewirtschaftet werden, wie das funktioniert, wird untersucht, um die zu erwartenden Klimaveränderungen möglichst genau vorherzusagen und die Areale für die dann geeigneten Baumarten regional einzugrenzen. In für die Zukunft angelegten Karten werden Klimadaten und -szenarien, Bodenkarten und Geländemodelle zusammengeführt.

• Deutschlandweit sind 1,1 Mio. Personen im Cluster Forst und Holz beschäftigt. Damit arbeiten mehr Menschen in dieser Branche als beispielsweise im Maschinen- und Anlagenbau oder in der Automobilindustrie. Forstwirtschaft und forstliche Dienstleister sowie die Branchen der weiteren Be- und Verarbeitungsstufen generieren durch ihre Nachfrage nach weiteren Gütern und Dienstleistungen anderer Branchen gerade in ländlichen, strukturschwachen Regionen eine erhebliche Wirtschaftskraft. Erhebungen im Hochschwarzwald und im Hochsauerland haben gezeigt, dass rund 25 Prozent aller Arbeitsplätze dort von der holzbasierten Wertschöpfung abhängen – und das nachhaltig.

Quelle: https://www.forstwirtschaft-in-deutschland.de/forstwirtschaft/zertifizierung/

Wusstest Du über... Holz und Klimaschutz?

• Nachhaltiges Holz bedeutet nicht automatisch kurze Wege, geht man nach dem Siegel. Was Wege spart, ist auch hier eine funktionierende Kreislaufwirtschaft… Auch große Händler fangen mittlwerweile an, Gebrauchtes zurückzunehmen. Die Frage, ob der Recyclingprozess ökobilanziell sinnvoller ist, konnten wir nicht beantworten.

• Insgesamt werden die Lebenszyklen der Produkte kürzer, die Wege damit häufiger. Als Alternative gilt z.B: der Cradle to Cradle Ansatz. Man unterscheidet in Biologische und technische Kreislaufe: Beim biologischen Kreislauf wird die Shirtbaumwolle als Beispiel am Ende abgebaut ohne Reste zu hinterlassen, beim technischen Kreislauf geht es darum, diese – z.B. Bürostühle – so herzustellen, dass alle eingesetzten Materialien sortenrein und mit geringem Aufwand voneinander getrennt werden können. So ist es möglich, alle eingesetzten Materialien als Sekundärrohstoffe erneut einzusetzen. Auch in Frankfurt gibt es eine Regionalgruppe, in der Du Dich engagieren kannst: https://c2c-ev.de/regionalgruppen/ https://c2c-ev.de/c2c-konzept/kreislaeufe/

• Wichtig: Schon beim Produktdesign muss die Kreislauffähigkeit mitgedacht werden. Das heißt, dass bereits im Studium oder der Ausbildung Kompetenzen erworben werden sollten, um in Kreisläufen zu denken, die HfG Offenbach macht es vor: https://www.hfg-offenach.de/de/pages/oekologie#ueber

• „Positive Ökobilanz: Holz ist ein ausgesprochen umweltfreundlicher Werkstoff. Die Verwendung, das Verbrennen oder der biologische Abbau von Holz verursacht keinen weiteren Anstieg von Kohlendioxid in der Atmosphäre und leistet somit einen wertvollen Beitrag zum Klimaschutz. Bei der Verbrennung wird zum Beispiel nur so viel Kohlendioxid abgegeben, wie der Baum im Laufe seines Lebens gespeichert hat. Dieses Kohlendioxid nehmen dann junge Waldbäume wieder auf.
Wenn dann auch noch Holz aus heimischen Gefilden Verwendung findet, sind die Transportkosten durch geringe Anfahrtswege ziemlich niedrig. Ein weiterer Vorteil für die Umwelt ist, dass Holz kaum Abfall verursacht: Nebenprodukte wie Sägespäne, Sägemehl und Hackschnitzel können für die Herstellung von Papier, Span- und Faserplatten oder für moderne Heizsysteme verwendet werden.“ -> Cup2gether Becher werden z.B. aus Schreinerabfällen hergestellt.
https://www.planet-wissen.de/natur/pflanzen/baeume/pwierohstoffholz100.html

• Die Verwendung anderer Hölzer, zum Beispiel im Fensterbau, ist nicht immer umweltfreundlich. Denn Holz, das nicht die gleiche Witterungsbeständigkeit aufweist wie Teakholz, muss chemisch behandelt werden – zu Lasten der Natur und der Gesundheit der Verbraucher.
Für Garten- und Terrassenmöbel dagegen kann man auf andere, einheimische Holzsorten zurückgreifen. Lärche, Douglastanne, Robinie oder Fichte können ebenfalls verwendet werden, wenn man sie mit einer einfachen Schicht Leinöl imprägniert. Es muss nicht immer Tropenholz sein.

Greenpeace rückt vom FSC Siegel ab

„Der FSC ist immer noch das einzige glaubwürdige Siegel für ökologische Waldwirtschaft. An den Urwäldern haben wir uns allerdings über die Jahre die Zähne ausgebissen. Greenpeace hat dokumentiert, wie FSC-zertifizierte Urwälder abgeholzt wurden, beispielsweise in Russland und im Kongobecken. Der Erhalt der letzten intakten Urwaldgebiete gehört aber zu den Kernzielen von Greenpeace. (…) Dem FSC ist es bisher nicht gelungen, den bestmöglichen Schutz der Wälder für Menschen, Biodiversität und Klima zu garantieren. Mit unserem Ausstieg wollen wir dazu beitragen, dass sich der FSC verbessert: Die Organisation sollte Urwaldschutz konsequent fördern und sich nicht mehr an industriellen Waldwirtschaftsprojekten in Urwäldern beteiligen. Wir scheiden nicht als Gegner aus. Wir ziehen unsere aktive Mitgliedschaft vorerst zurück, weil wir als konsequente Interessensvertretung die politischen und ökonomischen Rahmenbedingungen für Wälder international verändern wollen, zum Beispiel über internationale Abkommen zum Natur- und Klimaschutz. Wir werden mit dem FSC im Dialog bleiben und, wo es Sinn macht, kooperieren. Aber als Mitglied geben wir unseren Namen für alles her, was der FSC macht. Darum können wir nicht akzeptieren, dass ein – sei es noch so geringer – Anteil FSC-Holz aus industriellem Urwaldeinschlag stammt.“ mehr lesen

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Gegenthese: Beste Alternative trotz Mängel

„Wir können als freiwilliges Siegel kein Landesrecht ändern“, widerspricht Lars Hoffmann, FSC-Sprecher der Kritik. Solange das Landesrecht die Abholzung zulasse, könne man nur darauf hinwirken, dass die regional unterschiedlichen FSC-Standards eingehalten würden. Trotz der Unstimmigkeiten ist das FSC-Siegel auch für Greenpeace das strengste internationale Siegel für nachhaltige Waldwirtschaft und daher vor allem für europäische Hölzer empfehlenswert.“ Denn: das FSC Siegel berücksichtigt auch Arbeitsstandards …

Über FSC

– FSC 100%: Produkte bestehen vollständig aus Holz aus FSC-zertifizierten Wäldern.

– FSC Mix: Mindestens 70 Prozent der Holzanteile des Produktes müssen FSC-zertifiziert oder sogenanntes Post-Consumer-Recycling-Material (d.h. keine Abfälle aus dem Produktionsprozess) sein, die restliche Menge stammt aus kontrollierten Quellen.

– FSC Recycled: 100 Prozent des Produktes bestehen aus Recyclingmaterial, mindestens 85 Prozent davon aus sogenanntem Post-Consumer-Material. mehr lesen vom UBA

Was machen die Großen?

IKEA hat sich dazu bekannt, bis 2020 zu 100% durch den FSC (Forest Stewardship Council) zertifiziertes Holz zu nutzen oder aus recycelten Ressourcen – http://recyclingportal.eu/Archive/42055

Andere wie der Verein Rettet den Regenwald e.V. sagen „Seit Jahrzehnten versucht sich die Tropenholzindustrie mit Werbekampagnen und falschen Behauptungen zum Regenwaldschützer aufzuspielen. Ihr neuster Coup: „Verantwortlicher“ Holzeinschlag zum Schutz des Klimas. Die Abholzer wollen dazu sogar mit Geldern aus dem Klimaschutz finanziert werden.“, weil „gut ausgebildete und mit Landkarten ausgestattete Baggerfahrer weniger Regenwald plattwalzen würden, und dadurch weniger das Klima schädigen.“ mehr lesen

PwC Marktstudie über die Möbelbranche 2017 mit Trends und mehr

Von 2017:

o „Der größte Anteil von Möbelimporten nach Deutschland stammt aus Europa. Der Hauptanteil deutscher Möbelexporte geht ebenfalls ins europäische Ausland. Amerika ist ohne Bedeutung.“

o Die Möbelbranche zeigt eine deutliche Trennung zwischen Produktion und Handel, es existieren nur wenige vertikal integrierte Produzenten. Vertriebsseitig liegt ein starker Fokus auf dem stationären Einzelhandel.

o Die Möbelproduktion ist stark fragmentiert, wenige große Produzenten generieren rd. 1/3 des Umsatzes.

o Möbeleinzelhändlern verschiedener Vertriebsformate gelingt es, sich durch Zusammenschlüsse in Einkaufsverbänden eine starke Marktmacht gegenüber dem produzierenden Gewerbe zu verschaffen

o einer von sechs Trends Green-Awareness: 73 % sagen Relevanz von Nachhaltigkeit beim Möbelkauf für deutsche Verbraucher

Quelle: https://www.pwc.de/de/pressemitteilungen/2017/PwC-Marktstudie-Moebelbranche-2017.pdf

10 Tipps zu öko-Holz vom BUND

• Nutzen Sie im Außenbereich Eiche, Robinie und Lärche als Ersatz für Tropenholz.

• Holz ohne deutliche Jahrringe stammt ziemlich sicher aus den Tropen – keinesfalls kaufen!

• Bevorzugen Sie unter heimischen Bäumen Laubhölzer wie Ahorn oder Buche – das fördert unsere naturnahen Wälder.

• Besonders ökologische Möbel sind solche aus Rotkern-Buche: Wer sie kauft, schafft indirekt einen Anreiz dafür, dass Buchen älter werden dürfen.

• Massivholzmöbel sind meist langlebiger, leichter zu pflegen als Spanplattenmöbel und gut renovierbar.

• Ob Brettchen oder Küchenfront: Abschleifen und Ölen erübrigt einen Neukauf.

• Um ökologisch zu bauen, achten Sie im Außenbereich auf konstruktiven Holzschutz: Staunässe oder Erdkontakt verhindern.

• Wollen Sie Produkte aus Holz (auch Grillkohle, Brennholz und Papier) ökologisch kaufen, achten Sie darauf, dass sie das Naturland- und FSC-Siegel tragen.

• Monieren Sie, wenn Ihr Händler keine Naturland- oder FSC-zertifizierte Ware aus Deutschland anbietet.

Quelle: https://www1.wdr.de/verbraucher/freizeit/holzsiegel-100.html

Import, Export?

Die Möbel-Nachfrage im Inland stagniert > Exportgeschäft für deutsche Hersteller immer wichtiger > Ausland schätzt Möbelqualität „Made in Germany“ > doch ist das auch hier produziert? mehr lesen

O Tannenbaum..

… Davon stammen 90 % aus Deutschland, lediglich rund 10 % werden importiert, größtenteils aus Dänemark und Polen. Nordrhein-Westfalen hat mit 18.000 ha bundesweit die größte Anbaufläche für Weihnachtsbäume, zwei Drittel davon liegen im Sauerland. Allein von dort kommen rund 8 Millionen Weihnachtsbäume in den Handel. Der leider immer noch massive Einsatz von Düngern und Pestiziden in diesen Monokulturen belastet nicht nur den Boden und das Grundwasser, sondern auch die Menschen. Deshalb empfiehlt der NABU NRW den Kauf von Fichten, Kiefern oder Tannen aus Durchforstung oder Weihnachtsbaumkulturen, die nach ökologischen Kriterien bewirtschaftet werden.

• Dabei sollte man darauf achten, dass die Bäume mit dem FSC-Siegel oder den Labeln der ökologischen Anbauverbände Bioland, Demeter oder Naturland gekennzeichnet sind. Denn das garantiert, dass die zur Neupflanzung vorgesehenen Flächen für Weihnachtsbaumkulturen, nicht mit Herbiziden kahlgespritzt, sondern mechanisch von Aufwuchs befreit werden. Auch später werden Konkurrenzpflanzen nicht durch Pestizide kleingehalten.

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Supply Chain Cooperation?

“Um die Effizienz innerhalb der Lieferkette zu steigern, müssen Kunden und Lieferanten kooperieren. Das ist die Auffassung von Drei Viertel der deutschen Unternehmen, wie das Hermes Barometer zum Thema „Kollaboration in der Supply Chain“, einer Umfrage von Hermes Germany unter 200 Logistikentscheidern deutscher Unternehmen, ergeben hat. Mehr als ein Drittel ist der Meinung, dass die Blockchain-Technologie das Potential besitzt, gewaltige Veränderungen in der Logistik herbeizuführen, die über den „normalen“ Digitalisierungsprozess deutlich hinausgehen. In größeren Unternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitern stimmt sogar jeder Zweite dieser Aussage zu.“

Quelle: https://www.moebelkultur.de/news/kooperationen-verbessern-die-lieferkette/

Informieren. Bewusst entscheiden. Wohlfühlen.

Wir haben nach bestem Wissen und Gewissen recherchiert und die uns zur Verfügung gestellten Informationen aufgearbeitet. Dennoch wissen wir, dass es womöglich Fakten gibt, auf die wir in unseren Recherchen nicht gestoßen sind. Daher bitten wir Euch: Wenn Ihr etwas Ergänzendes wisst, meldet Euch. Wir nehmen es gerne mit auf. Zudem können die Geschichten werbenden Inhaltes sein, da sie auf Betriebe hinweisen. Dies soll den Leser und die Leserin nicht beeinflussen, sondern die notwendigen Informationen über Lieferkette und Wege der Produkte aus „Praxissicht“ bieten, vor allem aber um an Informationen über Spannungsfelder und Konflikte zu kommen, die wir hier im Sinne einer Verbraucherbildung aufgearbeitet haben.

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